Vergütungsmodelle im Affiliate Marketing: CPS, CPA, CPL & CPC erklärt
Wann verdienst du als Affiliate eigentlich Geld? Beim Klick? Bei einer Anmeldung? Erst beim Kauf? Oder sogar mehrfach, wenn ein Kunde ein Abo weiterbezahlt?
Genau das legt das Vergütungsmodell eines Partnerprogramms fest.
Wenn du CPS, CPA, CPL, CPC und Recurring Commission unterscheiden kannst, kannst du Partnerprogramme wesentlich besser beurteilen – statt ausschließlich auf einen möglichst hohen Provisionssatz zu schauen.
Was ist ein Vergütungsmodell im Affiliate Marketing?
Ein Affiliate-Vergütungsmodell legt fest, welche messbare Handlung eines vermittelten Nutzers eine Provision auslöst.
Das kann beispielsweise sein:
- ein bestätigter Kauf
- eine qualifizierte Anfrage
- eine Registrierung
- ein Testzugang
- ein Klick
- eine Installation
- eine weitere Abo-Zahlung
Das Vergütungsmodell ist damit etwas anderes als die reine Provisionshöhe.
An welcher Stelle entsteht deine Provision?
Genau hier unterscheiden sich die Modelle.
Affiliate-Vergütungsmodelle im Vergleich
Begriffe können je nach Netzwerk und Partnerprogramm etwas unterschiedlich verwendet werden. Entscheidend sind deshalb immer die tatsächlichen Programmbedingungen.
Cost per Sale / Pay per Sale
Du erhältst eine Provision, wenn ein von dir vermittelter Nutzer einen qualifizierten Kauf abschließt.
Die Vergütung kann prozentual oder als fester Betrag definiert sein.
Provision: 30 %
Provision: 30 €
Cost per Acquisition / Action
CPA bezeichnet eine Vergütung für eine vorher definierte erfolgreiche Aktion beziehungsweise Akquisition.
In vielen Affiliate-Programmen ist damit ein Verkauf gemeint. Deshalb werden CPA und CPS teilweise ähnlich oder synonym verwendet.
feste CPA-Vergütung: 45 €
Provision: 45 €
Cost per Lead / Pay per Lead
Hier muss der Nutzer noch keinen Kauf tätigen.
Vergütet wird ein definierter qualifizierter Lead, beispielsweise eine Anfrage, Registrierung oder ein anderer vorher vereinbarter Kontakt.
15 qualifizierte Leads
15 × 8 € = 120 €
Cost per Click / Pay per Click
Beim CPC-Modell kann bereits ein qualifizierter Klick auf einen Affiliate-Link oder ein vereinbartes Werbemittel vergütet werden.
Ein Verkauf oder Lead ist für die Klickvergütung nicht zwingend erforderlich.
500 Klicks
500 × 0,30 € = 150 €
Cost per Install / Pay per Install
Die Provision entsteht, wenn ein Nutzer eine definierte App oder Software installiert.
Abhängig vom Programm können zusätzliche Voraussetzungen gelten, bevor die Installation als gültig zählt.
30 Installationen
30 × 4 € = 120 €
Wiederkehrende Provision
Bei bestimmten Abo- und Softwareprodukten kann der Affiliate nicht nur für die erste Zahlung vergütet werden.
Solange die jeweiligen Bedingungen erfüllt sind, können auch weitere Abrechnungen Provision auslösen.
Provision: 25 %
10 € je provisionsfähiger Abrechnung
Hybrid-Vergütung
Ein Hybridmodell kombiniert mehrere Vergütungsarten.
Ein Affiliate könnte beispielsweise für qualifizierte Leads und zusätzlich für daraus entstehende Sales vergütet werden.
+ 30 € bei anschließendem Vertragsabschluss
Bonus- und Staffelmodelle
Zusätzlich zur normalen Provision können manche Programme Performance-Boni oder gestaffelte Provisionssätze anbieten.
Dabei kann sich die Vergütung beispielsweise ab einer bestimmten Anzahl qualifizierter Sales erhöhen.
ab 21 Sales: 12 %
ab 50 Sales: 15 %
Wann entsteht bei welchem Modell die Provision?
| Modell | Vergütetes Ereignis | Nutzer muss zahlen? | Typische Einsatzgebiete | Als Affiliate besonders prüfen |
|---|---|---|---|---|
| CPS / PPS | bestätigter Verkauf | Ja | Shops, digitale Produkte, Kurse | Provision, Conversion, Stornoquote |
| CPA | definierter Abschluss | abhängig von Aktion | E-Commerce, Verträge, Services | genaue Definition der Conversion |
| CPL / PPL | qualifizierter Lead | Nein | Versicherungen, Services, Beratung, SaaS | Leadkriterien, Ablehnungen |
| CPC / PPC | qualifizierter Klick | Nein | Traffic- und Sonderkampagnen | gültige Klicks, Trafficregeln |
| CPI / PPI | Installation | meist nein | Apps, Software | Qualifikationskriterien |
| Recurring | wiederkehrende Zahlung | Ja | SaaS, Mitgliedschaften, Abos | Dauer, Kündigung, Folgezahlungen |
| Hybrid | mehrere definierte Ereignisse | abhängig vom Modell | individuelle Programme | genaue Kombination und Bedingungen |
Was ist der Unterschied zwischen CPA und CPS?
Die Begriffe werden nicht von allen Netzwerken identisch verwendet.
Cost per Sale
CPS ist sehr eindeutig:
Die provisionsfähige Aktion ist ein Verkauf.
Ohne qualifizierten Sale entsteht nach diesem Modell keine Verkaufsprovision.
Cost per Acquisition
CPA kann breiter verwendet werden.
Häufig bezeichnet es ebenfalls einen erfolgreichen Sale beziehungsweise Abschluss.
Deshalb solltest du nicht nur auf die Abkürzung schauen, sondern prüfen, welches konkrete Ereignis das Programm als Conversion definiert.
Merksatz
CPS ist eindeutig ein Sale. Bei CPA solltest du nachsehen, welche Akquisition oder Aktion konkret gemeint ist.
Je früher vergütet wird, desto weniger vom Verkauf liegt in deiner Hand
Das erklärt, warum unterschiedliche Modelle für Advertiser und Affiliates unterschiedliche wirtschaftliche Eigenschaften haben.
Welches Vergütungsmodell ist das?
Wähle die Aktion, für die der Affiliate laut Programm bezahlt wird.
Wiederkehrende Provision klingt attraktiv – aber prüfe die Details
„Recurring“ bedeutet nicht automatisch „lebenslang und garantiert“.
Wie lange?
Prüfe, ob Folgeprovisionen unbegrenzt, für einen festen Zeitraum oder nur für bestimmte Zahlungen gelten.
Auf welche Zahlungen?
Verlängerungen, Upgrades, Zusatzprodukte und weitere Käufe können unterschiedlich behandelt werden.
Was passiert bei Kündigung?
Wenn der Kunde kündigt, endet normalerweise auch die Grundlage für zukünftige Abo-Provisionen.
Lifetime Commission richtig verstehen
Begriffe wie „Lifetime Commission“ klingen sehr eindeutig, können in Programmbedingungen aber unterschiedlich definiert sein.
Prüfe deshalb immer: Wessen Lifetime? Welche Produkte? Welche Zahlungen? Welche Bedingungen?
Vier Regeln können wichtiger sein als die Abkürzung
CPS allein sagt dir noch nicht, ob ein Partnerprogramm wirtschaftlich interessant ist.
Das beste Vergütungsmodell ist nicht automatisch das mit der höchsten Einzelprovision
Ein Programm kann 50 € pro Sale zahlen und trotzdem schlechter funktionieren als ein Programm mit 15 € Provision, wenn das zweite Angebot deutlich besser konvertiert.
Zusätzlich solltest du Stornos, Attribution und die Qualität deines Traffics berücksichtigen.
Welches Vergütungsmodell passt zu welcher Affiliate-Strategie?
Das Modell allein entscheidet nicht. Aber unterschiedliche Content- und Trafficarten können mit unterschiedlichen Conversion-Ereignissen besser zusammenpassen.
| Strategie | Häufig interessant | Warum? | Worauf achten? |
|---|---|---|---|
| Kaufberatung / Vergleich | CPS / CPA | Nutzer befindet sich häufig näher an einer Kaufentscheidung. | Conversion, Produkt-Fit, Stornoquote |
| Finanz-/Service-Content | CPL / CPA | Der finale Verkauf findet teilweise erst später statt. | Leaddefinition, Freigabequote |
| Software-Vergleich | CPS / CPA / Recurring | SaaS kann einmalige oder wiederkehrende Vergütung bieten. | Abo-Dauer, Upgrades, Folgeprovision |
| App-Content | CPI / CPA | Installation kann das gewünschte Ereignis darstellen. | Installationskriterien |
| Reichweitenstarke Kampagne | CPC / Hybrid | Unter bestimmten Vereinbarungen kann Traffic selbst vergütet werden. | Trafficqualität, Kampagnenregeln |
10 Fragen zu jedem Vergütungsmodell
Ein prozentuales Pay-per-Sale-Modell
Auch das Affilifuchs-Partnerprogramm arbeitet mit einer klaren prozentualen Verkaufsprovision.
Partner erhalten aktuell 50 % Provision auf unsere Produkte sowie auf Add-ons und Upsells.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum du bei einem CPS-Modell nicht nur den Einstiegsverkauf betrachten solltest.
Entscheidend ist, welche Teile eines Warenkorbs oder Funnels überhaupt provisionsfähig sind.
Beispielhafte Fragen
✓ Hauptprodukt provisionsfähig?
✓ Add-on provisionsfähig?
✓ Upsell provisionsfähig?
✓ Folgekäufe provisionsfähig?
✓ Prozent oder Fixbetrag?
✓ Wann wird bestätigt?
10 Fehler beim Vergleich von Vergütungsmodellen
Vom Vergütungsmodell zum passenden Partnerprogramm
Frage nicht nur: „Wie viel Provision bekomme ich?“
Frage zuerst: Welche Handlung wird vergütet? Unter welchen Bedingungen? Wie wird sie mir zugeordnet? Wann wird die Provision bestätigt?
Erst danach ergibt die Höhe der Provision überhaupt einen sinnvollen Vergleich.
Häufige Fragen zu Affiliate-Vergütungsmodellen
Welche Vergütungsmodelle gibt es im Affiliate Marketing?
Zu den verbreiteten Modellen gehören Cost per Sale beziehungsweise Pay per Sale, Cost per Acquisition, Cost per Lead und Cost per Click. Abhängig vom Programm kommen außerdem Installationsvergütungen, wiederkehrende Provisionen, Hybridmodelle und Bonus- oder Staffelmodelle vor.
Was bedeutet Pay per Sale?
Beim Pay-per-Sale-Modell erhält der Affiliate eine Provision, wenn ein über seinen Affiliate-Link vermittelter Nutzer einen qualifizierten Kauf abschließt.
Was bedeutet CPS?
CPS steht für Cost per Sale. Die provisionsfähige Aktion ist dabei ein erfolgreicher Verkauf. Die Provision kann je nach Programm prozentual oder als Fixbetrag ausgestaltet sein.
Was bedeutet CPA im Affiliate Marketing?
CPA steht meist für Cost per Acquisition. Dabei wird eine vorher definierte erfolgreiche Akquisition beziehungsweise Conversion vergütet. In vielen Affiliate-Programmen handelt es sich dabei um einen Sale.
Was ist der Unterschied zwischen CPA und CPS?
CPS bezeichnet eindeutig eine Vergütung für einen Sale. CPA kann je nach Plattform etwas breiter verwendet werden. Deshalb sollte immer geprüft werden, welches Ereignis das konkrete Programm tatsächlich als provisionsfähige Conversion definiert.
Was bedeutet CPL?
CPL steht für Cost per Lead. Der Affiliate erhält eine Vergütung für einen entsprechend den Programmbedingungen qualifizierten Lead, beispielsweise eine Anfrage oder Registrierung.
Was bedeutet CPC?
CPC steht für Cost per Click. Bei einem entsprechenden Affiliate-Programm wird bereits ein qualifizierter Klick vergütet, unabhängig davon, ob unmittelbar daraus ein Sale entsteht.
Was bedeutet CPI?
CPI steht für Cost per Install. Dabei wird eine qualifizierte Installation, beispielsweise einer App oder Software, als provisionsfähige Aktion definiert.
Was ist eine Recurring Commission?
Bei einer Recurring Commission können bei weiteren Zahlungen eines vermittelten Kunden zusätzliche Provisionen entstehen. Häufig kommt dies bei Software, Abonnements oder Mitgliedschaften vor.
Was bedeutet Lifetime Commission?
Der Begriff bezeichnet meist eine Form längerfristiger Folgeprovision. Wie lange und für welche Zahlungen sie tatsächlich gilt, bestimmt jedoch das jeweilige Partnerprogramm. „Lifetime“ sollte deshalb nicht automatisch mit einer unbegrenzten Garantie gleichgesetzt werden.
Was ist ein Hybridmodell?
Ein Hybridmodell kombiniert zwei oder mehr Vergütungsarten. Ein Partner kann beispielsweise eine Vergütung für einen Lead und zusätzlich eine Provision für einen späteren Verkauf erhalten.
Welches Affiliate-Vergütungsmodell ist das beste?
Es gibt kein generell bestes Modell. Entscheidend sind unter anderem Produkt, Zielgruppe, Suchintention, Conversion, Provisionshöhe, Stornos, Attribution und die Qualität deines Traffics.
Ist eine hohe Provision automatisch besser?
Nein. Eine niedrigere Provision bei einem sehr gut passenden und gut konvertierenden Angebot kann wirtschaftlich attraktiver sein als eine hohe Einzelprovision bei einem schwachen Angebot.