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Provisionen · Modelle verstehen und vergleichen

Affiliate Provisionen erklärt: Modelle, Höhe und Beispiele

10 %, 30 %, 50 € pro Verkauf oder jeden Monat eine wiederkehrende Provision: Affiliate-Programme können völlig unterschiedlich vergüten.

Deshalb solltest du nicht fragen: „Welches Programm zahlt den höchsten Prozentsatz?“ Entscheidend ist, wie viel bestätigter Ertrag aus deinen Besuchern und Affiliate-Klicks tatsächlich entsteht.

Was ist eine Affiliate Provision?

Eine Affiliate Provision ist die Vergütung, die du für eine nach den Bedingungen eines Partnerprogramms erfolgreich vermittelte Aktion erhalten kannst.

Das kann ein Verkauf sein. Es kann aber auch ein qualifizierter Lead, eine Registrierung, ein Klick oder eine andere vorher definierte Aktion sein.

Wichtig: Nicht jedes Partnerprogramm bezahlt nach demselben Modell. Selbst zwei Programme aus derselben Branche können völlig unterschiedliche Provisionen, Bedingungen, Attributionsregeln und Stornoverfahren besitzen.

Deshalb ist die reine Provisionshöhe nur eine Kennzahl von mehreren.

Wie entstehen Affiliate Provisionen?

Vereinfacht läuft die Vergütung über vier Schritte.

1

Empfehlung

Du integrierst ein passendes Produkt in deinen Content.

2

Affiliate-Klick

Ein Besucher folgt deinem individuellen Partnerlink.

3

Vergütete Aktion

Der Besucher führt die im Partnerprogramm definierte Aktion aus.

4

Provision

Die Aktion wird deinem Affiliate-Konto zugeordnet und vergütet.

Wie genau die Zuordnung funktioniert, erklären wir ausführlicher unter Affiliate-Link: Tracking und Zuordnung .

Die wichtigsten Affiliate-Provisionsmodelle

Die Begriffe unterscheiden sich je nach Netzwerk und Programm. Die folgenden Modelle begegnen dir jedoch besonders häufig.

CPA / Pay per Sale

Prozentuale Verkaufsprovision

Du erhältst einen festgelegten Prozentsatz des für die Provision relevanten Verkaufswertes.

Beispiel:
100 € × 15 % = 15 €
CPA / Fixbetrag

Feste Provision pro Verkauf

Für jeden qualifizierten Verkauf erhältst du denselben festgelegten Betrag.

Beispiel:
1 Verkauf = 35 €
CPL

Provision pro Lead

Die Vergütung entsteht nicht erst beim Kauf, sondern bei einem definierten qualifizierten Lead.

Beispiel:
1 gültiger Lead = 8 €
CPC

Provision pro Klick

Bei entsprechenden Programmen wird ein definierter qualifizierter Klick vergütet.

Beispiel:
0,40 € × 250 Klicks = 100 €
Recurring

Wiederkehrende Provision

Bei manchen Abo-Produkten erhältst du unter bestimmten Bedingungen mehrfach Provision, solange die entsprechende Kundenbeziehung besteht.

Beispiel:
49 € × 20 % = 9,80 € pro Abrechnungsperiode
Hybrid

Kombinierte Vergütung

Manche Programme kombinieren verschiedene Modelle – beispielsweise eine feste Vergütung plus zusätzliche leistungsabhängige Provision.

Konditionen immer direkt beim Programm prüfen.
CPA bedeutet nicht automatisch Prozentprovision. Eine Vergütung für einen erfolgreichen Abschluss kann sowohl prozentual als auch als fester Betrag definiert sein.

Affiliate Provision berechnen: drei einfache Beispiele

Beispiel 1

Prozent

Produktpreis: 200 €
Provisionssatz: 25 %

200 € × 0,25 = 50 €
Provision pro qualifiziertem Verkauf: 50 €

Beispiel 2

Fixbetrag

Vergütung pro qualifiziertem Verkauf: 30 €
Verkäufe: 8

8 × 30 € = 240 €
Zunächst erfasste Provision: 240 €

Beispiel 3

CPL

Lead-Vergütung: 6 €
Qualifizierte Leads: 25

25 × 6 € = 150 €
Provision: 150 €

Beispiel 4

Recurring

Abo: 49 € pro Monat
Provision: 20 %
Kunde bleibt beispielhaft: 6 Monate

49 € × 20 % × 6 = 58,80 €
Beispiel-Provision über 6 Monate: 58,80 €
Die Beispiele dienen ausschließlich zur Erklärung der Berechnung. Ob und wann Provision tatsächlich bestätigt und ausgezahlt wird, hängt von den Bedingungen des jeweiligen Partnerprogramms ab.

Was bedeutet Recurring Commission?

Bei einer wiederkehrenden Provision kann ein Affiliate nicht nur beim ersten Kauf vergütet werden, sondern auch bei späteren Abrechnungen.

Typisch ist dieses Modell vor allem bei Software, Mitgliedschaften oder anderen Abo-Produkten.

Einmalige Provision Recurring Commission
Zeitpunkt einmal mehrere mögliche Abrechnungen
Typisch bei Einzelkäufen Abos und Software
Vorteil leicht nachvollziehbar möglicher langfristiger Kundenwert
Risiko nur eine Vergütung Kunde kann kündigen; Bedingungen können begrenzt sein
„Recurring“ bedeutet nicht automatisch „für immer“. Prüfe genau, wie lange, unter welchen Bedingungen und für welche Folgezahlungen das jeweilige Programm vergütet.

Wie hoch sind Affiliate Provisionen?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Zahl. Provisionssätze unterscheiden sich unter anderem nach Branche, Produktart, Marge, Geschäftsmodell und Partnerprogramm.

Ein digitales Produkt kann beispielsweise völlig andere Konditionen bieten als ein physisches Produkt, eine Versicherung, eine Software oder ein Onlineshop.

1

Produktmarge

Ein Unternehmen kann nur einen Teil seiner wirtschaftlichen Marge für Partnervergütung einsetzen.

2

Produktpreis

5 % eines hochpreisigen Produktes können mehr wert sein als 50 % eines sehr günstigen Angebots.

3

Kundenwert

Abos oder Folgekäufe können einen höheren langfristigen Kundenwert ermöglichen.

4

Conversion

Ein Angebot mit geringerer Provision kann deutlich häufiger gekauft werden.

5

Stornos

Hohe Rückgaben können den tatsächlich bestätigten Ertrag erheblich reduzieren.

6

Partnerstatus

Manche Programme verwenden unterschiedliche Konditionen für verschiedene Partnergruppen.

Deshalb solltest du niemals eine pauschale Aussage wie „Eine gute Affiliate Provision beträgt mindestens 30 %“ als allgemeine Regel übernehmen.
Berechnung und Vergleich von Affiliate Provisionen
Provisionshöhe ist nur ein Faktor – Conversion, Stornos und tatsächlicher Ertrag gehören immer in die Rechnung. Foto: Unsplash

Warum die höchste Affiliate Provision nicht automatisch gewinnt

Vergleichen wir zwei rein hypothetische Programme bei jeweils 100 Affiliate-Klicks.

Programm A

10 € pro Verkauf

Beispiel-Conversion: 6 %

100 Klicks × 6 % = 6 Verkäufe

6 × 10 € = 60 €

Programm B

40 € pro Verkauf

Beispiel-Conversion: 1 %

100 Klicks × 1 % = 1 Verkauf

1 × 40 € = 40 €
Programm B zahlt viermal so viel pro Verkauf – erzielt im Beispiel aber weniger Ertrag. Genau deshalb solltest du nicht ausschließlich Provisionssätze vergleichen.

Die Zahlen sind nur Rechenbeispiele. Deine tatsächliche Conversion kann erheblich abweichen.

Stornos: Gemeldete Provision ist nicht immer endgültige Provision

Bei vielen Partnerprogrammen kann eine zunächst erfasste Transaktion später noch storniert oder abgelehnt werden.

Gründe können beispielsweise Rückgaben, Widerrufe, nicht bezahlte Bestellungen, doppelte Transaktionen oder nicht qualifizierte Leads sein.

zunächst erfasste Provision – Stornos/Korrekturen = bestätigte Provision Vereinfachte Darstellung – Programmlogik kann unterschiedlich sein.

Beispiel

Angenommen, ein Programm meldet zunächst 500 € Provision. Später werden Transaktionen im Wert von 75 € Provision storniert.

500 € – 75 € = 425 € verbleibende Provision
„Bestätigte Provision“ bedeutet hier nicht automatisch „nach Steuern“ oder „privat verfügbar“. Steuerliche Behandlung und Rechnungsstellung sind separate Themen.

Warum der Ertrag pro Affiliate-Klick so interessant ist

Eine hilfreiche Kennzahl verbindet Provision und Conversion: Wie viel bestätigter Ertrag entsteht durchschnittlich aus einem Affiliate-Klick?

bestätigte Provision ÷ Affiliate-Klicks = Ertrag pro Klick

Beispiel:

500 Affiliate-Klicks erzeugen insgesamt 400 € bestätigte Provision.

400 € ÷ 500 = 0,80 € Ertrag pro Affiliate-Klick
In Affiliate-Systemen begegnet dir dafür häufig die Abkürzung EPC („Earnings per Click“). Prüfe jedoch die konkrete Definition der jeweiligen Plattform, weil Darstellung und Berechnung unterschiedlich ausgestaltet sein können.

→ Die tiefergehende Auswertung behandeln wir unter Affiliate- und SEO-Tracking .

High-Ticket oder günstige Produkte: Was ist besser?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Hohe Provision pro Sale klingt attraktiv, kann aber mit einer niedrigeren Conversion verbunden sein.

Günstiges Produkt

Kleine Provision pro Verkauf, dafür eventuell geringere Kaufhürde.

Mittleres Preisniveau

Kann einen guten Kompromiss aus Conversion und Provisionshöhe darstellen.

High-Ticket

Hoher möglicher Ertrag pro Conversion, dafür häufig größere Entscheidungshürde.

Das beste Angebot ist nicht das teuerste. Es ist das Angebot, das zu Zielgruppe, Suchintention und Problem des Besuchers passt und wirtschaftlich vernünftig konvertiert.

So vergleichst du Affiliate Provisionen richtig

Wenn du zwei Partnerprogramme vergleichst, solltest du mindestens diese Punkte prüfen.

Vergütungsmodell
Sale, Lead, Klick, Fixbetrag, prozentuale oder wiederkehrende Provision?
Provisionsbasis
Auf welchen Wert wird der Prozentsatz tatsächlich angewendet?
Produktpreis
Wie viel Geld entspricht der beworbene Prozentsatz konkret?
Conversion
Wie gut wandelt das Angebot qualifizierte Klicks in Conversions um?
Stornoquote
Welcher Anteil zunächst erfasster Provisionen fällt später wieder weg?
Attribution
Wann und unter welchen Bedingungen wird ein Verkauf dir zugeordnet?
Auszahlung
Wann werden bestätigte Provisionen tatsächlich ausgezahlt?
Produkt-Fit
Würdest du das Produkt auch empfehlen, wenn die Provision etwas niedriger wäre?
Wenn du nur einen Wert vergleichst, nimm nicht den Prozentsatz. Sinnvoller ist langfristig der tatsächlich bestätigte Ertrag aus deinem qualifizierten Traffic.

8 typische Fehler beim Vergleich von Affiliate Provisionen

1

Nur Prozente vergleichen

50 % sagt ohne Produktpreis und Conversion wenig aus.

2

Produktqualität ignorieren

Eine hohe Provision macht ein ungeeignetes Angebot nicht besser.

3

Stornos vergessen

Zunächst erfasste Provision ist nicht immer endgültig.

4

Conversion nicht messen

Ohne Conversion kannst du Programme kaum wirtschaftlich vergleichen.

5

Recurring überschätzen

Kunden bleiben nicht automatisch dauerhaft im Abo.

6

High-Ticket bevorzugen

Höherer Verkaufspreis bedeutet nicht automatisch höheren Gesamtertrag.

7

Attribution ignorieren

Auch die Zuordnungsregeln beeinflussen deine tatsächliche Vergütung.

8

Brutto mit Gewinn verwechseln

Affiliate-Provision ist nicht automatisch dein privater Nettogewinn.

Jetzt weißt du, wie Provisionen funktionieren – aber welches Programm passt zu dir?

Vergütung ist nur ein Auswahlkriterium. Prüfe als Nächstes Produktqualität, Zielgruppen-Fit, Verkaufsseite, Tracking, Bedingungen und Support. Unser Partnerprogramm-Guide führt dich durch den kompletten Auswahlprozess.

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Häufige Fragen zu Affiliate Provisionen

Was ist eine Affiliate Provision?

Eine Affiliate Provision ist eine Vergütung, die ein Affiliate für eine entsprechend den Bedingungen eines Partnerprogramms erfolgreich vermittelte Aktion erhalten kann. Das kann beispielsweise ein Verkauf, ein Lead oder ein Klick sein.

Wie hoch ist eine normale Affiliate Provision?

Es gibt keinen allgemeingültigen normalen Provisionssatz. Die Höhe hängt unter anderem von Produktart, Branche, Preis, Marge, Geschäftsmodell und konkretem Partnerprogramm ab.

Wie berechnet man eine prozentuale Affiliate Provision?

Bei einem einfachen prozentualen Modell multiplizierst du den für die Provision relevanten Verkaufswert mit dem Provisionssatz. Bei 200 Euro und 25 Prozent wären das beispielsweise 50 Euro.

Was ist CPA im Affiliate Marketing?

CPA steht für Cost per Acquisition beziehungsweise eine Vergütung für einen erfolgreichen Abschluss. Die Provision kann je nach Programm als Prozentsatz oder als fester Betrag definiert sein.

Was bedeutet CPL?

CPL steht für Cost per Lead. Dabei erhält der Affiliate eine festgelegte Vergütung für einen qualifizierten Lead, sofern die Bedingungen des Partnerprogramms erfüllt sind.

Was bedeutet CPC?

CPC steht für Cost per Click. Bei entsprechenden Programmen wird ein qualifizierter Klick vergütet. CPC ist nur eines von mehreren möglichen Provisionsmodellen im Affiliate Marketing.

Was ist eine wiederkehrende Affiliate Provision?

Bei einer Recurring Commission können bei wiederkehrenden Zahlungen eines vermittelten Kunden weitere Provisionen entstehen. Zeitraum und Bedingungen werden vom jeweiligen Partnerprogramm festgelegt.

Was bedeutet EPC im Affiliate Marketing?

EPC wird häufig als Earnings per Click bezeichnet und soll den durchschnittlichen Ertrag in Beziehung zu Affiliate-Klicks setzen. Da Plattformen Kennzahlen unterschiedlich darstellen können, sollte die jeweilige Definition des Netzwerkes geprüft werden.

Ist eine hohe Affiliate Provision immer besser?

Nein. Entscheidend sind zusätzlich Conversion, Produktpreis, Zielgruppen-Fit, Stornos, Attributionsregeln und der tatsächlich bestätigte Ertrag aus deinem Traffic.

Warum können Affiliate Provisionen storniert werden?

Gründe können beispielsweise Rückgaben, Widerrufe, nicht bezahlte Bestellungen, ungültige Leads oder andere in den Programmbedingungen definierte Fälle sein.

Kann man bessere Affiliate Provisionen verhandeln?

Manche Anbieter oder Netzwerke arbeiten mit unterschiedlichen Partnergruppen oder individuellen Konditionen. Ob Verhandlungen möglich sind, hängt vom jeweiligen Programm und häufig auch von deiner Performance ab.